Negative SEO Case Study – Teil 2: Tirendo Best Practice

In der letzten Woche habe ich hier bereits über die Negative SEO Angriffe gegen Tirendo berichtet. In den letzten Monaten war es uns möglich, extensives Wissen in diesem Bereich zu sammeln. In diesem Beitrag möchte ich genauer auf den Umgang mit solchen Attacken eingehen.

Wie entdeckt man Negative SEO rechtzeitig?

Das ist wohl die zentrale Frage: Wie entdecke ich einen Angriff auf meine Seite rechtzeitig? Denn schließlich will man so schnell wie möglich dagegen vorgehen, um die Rankings der eigenen Seite und somit auch wichtigen Traffic nicht zu verlieren. In der SEO-Szene im In- und Ausland wurde oft diskutiert, ob Negative SEO überhaupt funktioniert, oder ob Google schlau genug ist unnatürliche Entwicklungen auszufiltern. Ich persönlich bin aber der Meinung, lieber auf Nummer sicher zu gehen, da man als SEO das Risiko der Rankingverluste nicht einfach so hinnehmen kann. Denn: Jedes SEO Team strengt sich tagtäglich an, um die eigene Webseite so gut wie möglich zu positionieren. Der Schutz dieser harten Arbeit sollte deswegen Priorität haben. Einen Angriff erkennt man am besten, wenn man in regelmäßigen Zeitabständen die wichtigsten Metriken des eigenen Linkprofils kontrolliert. Ist das Linkwachstum im normalen Bereich? Gibt es einen plötzlichen Anstieg an verweisenden Seiten? Gibt es eine unbekannte Seite, die auf einmal ungewöhnlich oft auf einen verlinkt? Wie sieht es mit der Anchorverteilung aus? Nicht jeder SEO muss einen Angriff fürchten! Betreibt man ein kleines Projekt oder steht man noch am Anfang bei der Entwicklung einer Webseite, ist ein Angriff eher unwahrscheinlich. In der Regel muss man zuerst wichtige Rankings erreicht haben, bevor es überhaupt zu einer Attacke kommt. Hat man ein paar unerklärliche Links, sollte und kann man noch lange nicht von Negative SEO sprechen.

Wie soll man mit einer Negative SEO Attacke umgehen?

Wenn man sich aber sicher ist, dass jemand die eigene Seite schädigen möchte, sollte man so schnell wie möglich handeln. Es soll nicht der Eindruck entstehen, dass man selbst den Spam verursacht hat. Bei Negative SEO sollte man sofort den Umfang dieses Angriffs abbilden. Folgende Fragen bieten eine gute Möglichkeit den Ernst der Lage schnell einzustufen:
 
    • Wann hat der Angriff angefangen?
    • Wie viele Links sind es?
    • Von wie vielen Domains sind die Links?
    • Auf welche Seiten wird verlinkt?
    • Welche Anchor werden genutzt? Korrelieren diese mit der Zielseite?
    • Last but not least: Dauert der Angriff noch an?
Leitet man ein internationales Projekt stellt sich noch eine wesentliche Zusatzfrage: Beschränkt sich der Angriff auf ein einziges Land? Oder möchte man die gesamte Internetpräsenz der Firma nachhaltig schädigen.

Mühsam aber unvermeidlich: Alle Links sammeln

Nachdem man sich die Lage klar vor Augen geführt hat, gilt es die Spamlinks aufzulisten. Diese Liste sollte logischerweise so vollständig wie möglich sein, da man die Folgen dieses Angriffs minimieren möchte. Leider gibt es nicht das eine Tool, welches wirklich alle Backlinks erkennt. Ahrefs und Majestic SEO haben uns eine gute Komplettübersicht geliefert. Da aber auch bei diesen Tools die Resultate sehr unterschiedlich waren, lohnt es sich auch die Linkresearchtools mit einzubeziehen. Google Webmaster Tools bietet ebenfalls eine gute Auflistung der vorhandenen Backlinks. Auch der Linkabbau mit contentbird ist eine Möglichkeit. Persönlich bin ich der Meinung, dass man am besten so viele Quellen wie möglich hinzunimmt. Denn je vollständiger die Liste, desto besser der Disavow.

Soll man die Seiten anschreiben?

Google sagt, dass man zuerst mit den verlinkenden Seiten Kontakt aufnehmen sollte. Stimmt! Leider ist dies aber nicht immer gleich sinnvoll. Wenn diese nämlich gehackt sind, kann man wohl kaum von einer produktiven Antwort ausgehen. Dasselbe gilt, wenn es sich um Links aus Russland oder Asien handelt – hier ist die Sprachbarriere oft zu groß. Somit kann man von der folgenden Faustregel ausgehen: Werden die Seiten gepflegt und sind aktiv – ja, hier kann die Kontaktaufnahme aufschlussreich sein! Handelt es sich um gehackte Seiten, massive Kommentarlinks oder Linknetzwerke aus Fernost, wird der Outreach vermutlich nicht viel bringen.

Der Disavow – the moment of no return

Als Google das Disavow Tool vorstellte, löste dies gemischte Gefühle in der SEO Szene aus. Viele sahen darin ein Aufruf zur Selbstzensur. Man muss sich aber einer Tatsache stellen: Bei einem Negative SEO Angriff hat man keine Wahl! Die einzige Möglichkeit das lästige Probleme aus der Welt zu schaffen, ist das Disavow Tool zu nutzen. Disavow links

Disavow Tool von Google

Hier genügt es eine .txt Datei zu erstellen, in der man alle Links auflistet. Man sollte auch ruhig den Grund für die Abwertung der Links angeben: Negative SEO. Google bietet einem ebenfalls die Möglichkeit ganze Domains abzuwerten. Dies ist besonders praktisch, wenn ein Großteil der Links von derselben Seite stammt. Bevor man die .txt Datei bei Google Webmaster Tools hochlädt, sollte man die Liste genau prüfen. Disavow links txt

Beispiel einer txt.-Datei

Es wäre schade ein paar gute Links unabsichtlich abzuwerten. Im Fall eines andauernden Angriffs, sollte man das Abwerten der neu hinzugekommenen Links regelmäßig wiederholen. Die Botschaft an Google sollte unmissverständlich klar sein: Hiermit haben wir nichts zu tun!

Kann man sich gegen Negativ SEO schützen?

Das kann man leider nicht! Es wird immer Menschen geben, die sich mit der neuen Konkurrenz nicht abfinden können und zu illegalen Mittel greifen. Das Einzige was einem als SEO übrig bleibt, ist das regelmäßige Überwachen des Linkprofils.
 
Folgende Checklist sollte helfen, jede Art von Spamlink-Angriff frühzeitig zu erkennen:
  • Linkwachstum: Steigt die Anzahl der Backlinks plötzlich rasant an?
  • Überoptimierte Anchor: Gibt es viele Anchor Texte mit Money Keywords?
  • Links auf eine bestimmte Seite: Gibt es eine Unterseite die besonders oft verlinkt wird?
  • Herkunft der Links: Ihre TLD ist .de? Gibt es vielleicht viele Links aus Ländern, in denen man gar nicht vertreten ist (Asien, Nahost,…)

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Laurens Mauquoi

Laurens Mauquoi

Laurens Mauquoi ist Head of SEO und eCRM bei smava. In seiner Freizeit bloggt Laurens leidenschaftlich über Wein und Reisen.

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