Baidu SEO – So optimierst du Onpage für den chinesischen Markt!

An was denkst du, wenn ich „China“ sage?

Nun vielleicht denkst du an die Chinesische Mauer, Kommunistische Kapitalisten oder auch an den Funfact, dass man im Reich der Mitte gerne mal als Gruppe zur Fuß-Massage geht. Alles Dinge, die der Westen sofort mit China assoziiert.

Woran ich bis vor ein paar Tagen hingegen nie gedacht habe, ist das chinesische Internet. Wie auch? Gibt im westeuropäischen Raum doch vor allem Google die Marsch-Richtung für Online Marketer vor. Dementsprechend selten wird sich in Deutschland mit „China-SEO“ beschäftigt.

Ich denke, es ist Zeit, dies nachzuholen und auf einen bisher vernachlässigten Aspekt der Search Engine Optimization in China einzugehen: den Onpage-Content.

Baidu – das chinesische Google?

News-, Social Media-, und Website-Content – Content-Optimierung für Baidu

Auch im Reich der Mitte gilt im Bereich SEO: Content is king! Allerdings auf eine etwas andere Art und Weise als das in Europa und den USA der Fall ist…

Wenn du die folgenden Punkte bei zukünftigen Optimierungen berücksichtigst, wird dein Content sowohl die chinesischen User als auch die chinesische Search Engine überzeugen.

In China wird Chinesisch gesprochen

Eigentlich naheliegend: Eine gute Baidu-Indexierung steht und fällt mit der chinesischen Übersetzung deines Website-Contents.

Dabei ist es besonders wichtig, dass du…

  • traditionelle, chinesische Schriftzeichen verwendest und
  • die mehrfache Bedeutung der einzelnen Zeichen berücksichtigst.

Gerade der zweite Punkt ist für die interkulturelle Kommunikation extrem wichtig! Denn wenn du falsch verstanden wirst, wird dein Content selbstverständlich auch nichts verkaufen.

Besonders empfehlenswert ist daher die Zusammenarbeit mit Muttersprachlern, die mit gängigen Wortspielen und den sprachlichen Eigenheiten im Allgemeinen vertraut sind.

Gleiches Produkt bedeutet nicht gleiche Zielgruppe!

Den eigenen Content einfach nur ins Chinesische zu übertragen, würde zu kurz greifen und der anvisierten Zielgruppe nicht gerecht werden.

Auch wenn du ein- und dasselbe Produkt verkaufst, handelt es sich um zwei völlig unterschiedliche Märkte mit eigenen kulturellen Spielregeln.

Beispiel gefällig? In China muss die Wiedergeburt eines Menschen staatlich genehmigt werden. Nur ein Fakt, der die kulturelle Andersartigkeit der Chinesen eindrucksvoll unterstreicht.

Damit dein Content auch die präferierte Ziegruppe erreicht, solltest du deshalb…

  • eine eigene Zielgruppen-Analyse für den chinesischen Markt durchführen.

Wie genau du das anstellst, erfährst du in unserem kostenlosen Content Marketing Whitepaper, dass du dir hier herunterladen kannst:

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Chinesen kopieren ungerne (zumindest, wenn es um Content geht)

Duplicate Content wird von Baidu noch deutlich stärker abgestraft als von Google.

Demnach schadet gestohlener Content nachweislich deinem Ranking. Auch wenn den Chinesen häufig vorgeworfen wird, erfolgreiche Produkte zu kopieren: Im Bereich Content gilt dies eindeutig nicht.

Wie auch beim Verfassen deutscher oder englischer Website-Texte sollte darauf geachtet werden, dass ausnahmslos jeder Text…

  • einzigartig ist (Unique Content) und
  • mindestens 300 Wörter umfasst (besser mehr).

Mehr Content ist besser als weniger (und aktuell sollte er auch sein)

In diesem Punkt steht Baidu dem westlichen Konkurrenten Google in Nichts nach: Hochwertiger Content in großer Menge wirkt sich positiv auf das Ranking aus.

Zudem kann auch aktueller Content im News-Format zu einer Ranking-Steigerung beitragen. Demnach liegt es nahe…

  • einen Blog oder
  • eine News-Rubrik

in die eigene Website zu integrieren und diese regelmäßig zu pflegen. Bevorzugt auch hier durch einen chinesischen Muttersprachler.

Big Baidu is watching you

Die chinesische Regierung verbietet systematisch die Suche nach kontroversen Begriffen. Hier eine kurze Übersicht über die wichtigsten Tabu-Wörter:

  • Chinesische Kommunistische Partei
  • aus der Chinesischen Kommunistischen Partei austreten
  • die Chinesische Kommunistische Partei auflösen
  • das Ende der Herrschaft der Kommunistischen Partei
  • Diktatur
  • Ein-Partei-System
  • die Partei nicht zu lieben
  • Menschenrechte in China
  • Tyrannei
  • Herrschaft der Regierung
  • Gehirnwäsche
  • Entnahme von Nieren von lebenden Menschen
  • Neun Kommentare ( -> kritisches Buch über die Volksrepublik China)
  • Epoch Times ( -> internationale Zeitschrift)
  • Gao Zhisheng ( -> Anwalt für Menschenrechte und chinesischer Dissident)

Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, umfasst das Original-Dokument doch insgesamt 13 Kategorien. Im Zweifelsfall sollten auch hier im Vorfeld Erkundigungen eingeholt werden.

Aus wirtschaftlicher Sicht stellen die verbotenen Worte in der Regel keine Probleme dar. Wer jedoch gedenkt, eine Kommentar-Spalte oder ein Forum für die eigene Community aufzubauen, sollte hier peinlichst genau darauf achten, dass Diskussionen zu diesen Themen ausbleiben.

Nichts geht ohne Social Signals

Trotz Tabu-Themen: Ohne Social Signals geht im Land des Lächelns nichts. Denn auch die Chinesen lieben es, sich in Netzwerken und Apps wie WeChat und Weibo auszutauschen.

Um in der chinesischen Suche besser auffindbar zu werden, ist es daher sinnvoll in Netzwerken wie beispielsweise:

  • Sina Weibo
  • Tencen Weibo
  • Renren
  • PengYou
  • QQ
  • Douban
  • Diandian
  • Youku
  • WeChat
  • Jiepang

aktiv zu sein und auf sich aufmerksam zu machen. Regelmäßiges Content Publishing, sowohl auf dem eigenen Blog als auch im Social Web, sendet außerordentlich gute Signale an Baidu.

Und natürlich: Backlinks (mit Content) generieren

Die Akquise hochwertiger Backlinks gestaltet sich gerade in einem fremdsprachigen Umfeld als schwierig. Einfach auf deutsche Links zu setzen, die auf die chinesische Instanz verlinken, ist nämlich in den seltensten Fällen von Erfolg gekrönt.

In diesem Punkt ähnelt Baidu erneut Google: Minderwertige und massenhafe Links aus dem Ausland (etwa aus Osteuropa, Pakistan oder Indien), die auf eine deutsche Seite verweisen, werden grundsätzlich weniger gewichtet als hochwertige Links von gleichsprachigen, themenrelevanten Seiten.

Um an hochwertige Links von chinesischen Website-Betreibern zu gelangen, …

  • empfehlen sich Content-Kooperationen in Form von Gastartikeln.

Letztlich ist jeder Website-Betreiber auf Content angewiesen, weil er quasi einen eigenen Ranking-Faktor darstellt. Warum also nicht zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen?

Funfact: Auch unsere Software wurde vor einiger Zeit auf einer chinesischen Website verlinkt!

Fazit – Überwinde die chinesische Ranking-Mauer mit unseren Praxis-Tipps

Gute Inhalte haben sich schon immer durchgesetzt. Das gilt sowohl für Europa als auch für Asien (und wenn wir schon dabei sind auch für alle anderen Kontinente).

Damit du in Sachen Baidu SEO in Zukunft den Überblick behälst, hier noch einmal alle Tipps hintereinander weg:

  1. Nutze die traditionelle, chinesische Sprache für deinen Website-Content!
  2. Führe eine chinesische Zielgruppen-Analyse für dein Produkt durch!
  3. Vermeide Duplicate Content jeglicher Art!
  4. Erstelle hochwertigen Content im Blog- oder News-Format!
  5. Vermeide Tabu-Wörter (auch in Kommentarspalten und Foren)!
  6. Sei in den chinesischen Sozialen Netzwerken aktiv!
  7. Generiere hochwertige chinesische Backlinks mit Content-Kooperationen!

In diesem Sinne: Wán dé kāixīn yōuhuà (Viel Spaß beim Optimieren!)

Philipp Schuette

Philipp textet eigentlich immer. Egal, ob bei der Arbeit oder in den eigenen vier Wänden. Seine Erfahrungen konnte er bei einem Vergleichsportal, einem Online-Shop und zuletzt bei einer Online-Marketing-Agentur sammeln.

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Bildnachweis: Titelbild by contentbird
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