Content Marketing – Ein Klick in die Zukunft #5: Augmented Reality Marketing

Augmented Reality ist spätestens seit Pokémon Go, dem eigentlichen Sommerhit 2016, auf jedermanns Schirm. Auch wenn Virtual Reality derzeit das beinahe größere Trendthema ist, gibt es einen unschlagbaren Grund, auch im Marketing langfristig auf AR zu setzen: Im Gegensatz zu Virtual Reality (VR) ist AR weitaus einfacher zugänglich! Es bedarf keiner teuren VR Brillen oder Headsets, denn digitaler Content wird wie ein Filter über die tatsächliche Welt gelegt. Alles, was man dafür braucht, ist ein Smartphone oder Tablet.

Genau diese Tatsache hat sich jetzt auch Apple zunutze gemacht. Denn sie haben es mit dem Release von iOS11 und der damit einhergehenden Veröffentlichung des ARKits jedem iPhone Nutzer möglich gemacht, die reale Welt mit der virtuellen Realität zu verknüpfen. So kam ein ganzer Schwung an neuen Apps quasi über Nacht auf den Markt und diese machen nicht nur unheimlich Spaß, sondern bieten auch völlig neue Möglichkeiten in Sachen Content Marketing. 

Dass bewegter und interaktiver Content die Leser mehr und besser erreicht als klassische Texte, ist keine Neuigkeit. Doch Inhalte, die unsere Sinne verschieben und damit die von uns gewohnte Realität verändern, faszinieren das menschliche Gehirn ungemein. Eine wahrgenommene Bewegung im eigenen Sichtfeld, ob real oder nicht, erregt unsere Aufmerksamkeit und erhöht daher die Verweildauer um ein vielfaches. Zudem wird mit AR in eurer Marketingstrategie, die Kaufentscheidung eurer Kunden nicht mehr allein über den Preis bestimmt, sondern über ein viel wertvolleres Kriterium: Emotionen. Denn mit euren Inhalten fesselt ihr User und lasst sie Spaß mit eurem Unternehmen haben. Das schafft eine viel tiefere persönliche Beziehung, die absolut nachhaltig ist. Denn dieses immersive Marketing schafft Erinnerungen, die mit Emotionen verbunden sind und daher weitaus länger im Gedächtnis bleiben.

Nach solchen unschlagbaren Argumenten bleibt nur noch eine Frage: Wie betreibt man Content Marketing mit Augmented Reality? Hier ein paar Beispiele von Unternehmen, die sich bereits erfolgreich an die virtuelle Realität herangetraut haben. 

Dein zu Hause? Ein virtuelles Puppenhaus!

Direkt mit der Veröffentlichung von iOS11 brachte auch IKEA erst vor Kurzem einen richtigen Knaller an den Start. Ob zu Hause oder auf der Straße: Ikea Place scannt die eigene Umgebung und lässt Benutzer in dieser schon einmal ausprobieren, wie die neuen Möbel darin aussehen könnten. Steht man also im eigenen Wohnzimmer, oder wie ich, im Konferenzraum unseres Büros, lässt sich direkt in der App auf den IKEA-Katalog zugreifen. Bislang hat man dort die Auswahl zwischen 2.000 Produkten, IKEA arbeitet aber fleißig daran, seine gesamte Produktpalette zu virtualisieren. Habt ihr euch für ein Produkt entschieden, lässt es sich mit nur einem Klick in die virtuelle Realität befördern und ihr könnt es beliebig drehen, verschieben und sogar von unten betrachten.

Noch stimmen allerdings die Maße nur zu 98% mit den tatsächlichen Maßen überein, daher sollte man bei Millimeterentscheidungen doch noch auf das gute alte Maßband zurückgreifen. Dennoch bekommt man einen erstaunlich guten ersten Eindruck davon, ob das potenziell neue Möbelstück in Bezug auf Dimension, Stil und Farbe tatsächlich in das eigene Zuhause passt. Davon erhofft sich IKEA seinen Kunden eine deutliche Hilfestellung bei der Kaufentscheidung zu bieten, und gleichzeitig einen Rückgang bei Umtäuschen oder Rückgaben zu verzeichnen.

 
Das solltest du mitnehmen: Ikea legt neue Grundsteine für die Art und Weise, wie Möbel zukünftig gekauft werden. Damit setzen sie nicht nur alle Möbelhäuser unter Zugzwang, sondern auch ganze Branchen wie Mode und Architektur. Wer schon weiß was er bekommt, ohne es in der Realität je gesehen zu haben, der geht ein geringeres Risiko ein und ist eher dazu bereit, für das gewünschte Produkt Geld auszugeben. Wie könnte also euer Produkt in einer augmentierten Realität aussehen?

Ist das Kunst oder kann das weg?

Die App der Berliner Mauer gewährt bereits seit 2014 seinen Nutzern einen Einblick in eine längst vergangene Zeit. Am Mauerverlauf entlang, werden Benutzer anhand einer interaktiven Karte, auf eine etwa 6 Kilometer lange Tour geschickt. An markierten Plätzen und Gebäuden scannt man die historische Umgebung, woraufhin sich Originalaufnahmen aus der dramatischen Zeit des Mauerbaus und des Mauerfalls abspielen. Die genaue Wiedergabe des Mauerverlaufs aus der Sicht des Westens fügt sich so eindrucksvoll in die Umgebung ein, dass sich die virtuelle Realität kaum von der Wirklichkeit unterscheiden lässt. So erlangen Besucher der Stadt, aber auch alteingesessene Berliner einen unvergleichlichen Eindruck von der Geschichte der Stadt.

 
Das solltest du mitnehmen: Zukünftig wird Augmented Reality einen bedeutenden Einfluss auf den Reisesektor und die Kulturbranche haben. Nicht nur die Erkundung von unbekannten Städten wird uns erheblich erleichtert, sondern auch die von beinahe jeder Umgebung! So finden bereits seit einigen Jahren virtuelle Führungen in Museen statt, unter anderem auch im bayerischen Nationalmuseum. Texte, Audio- und Videomaterial sind auch in die virtuelle Realität übertragbar und können dort sogar weitaus besser ihre Wirkung entfalten.

One tequila, two Tequila, three Tequila, floor!

Augmented Reality Marketing mit Patrón Tequila macht einfach nur Spaß! Wenn ihr ein wenig freie Fläche verfügbar habt, scannt diese mit der App The Patrón Experience. Vor euch erscheint nun eine mexikanische Hazienda aus der eine prachtvolle Destillerie samt Gärtner und erzählfreudigem Barkeeper sprießen. Jede der neben ihm aufgereihten Flaschen lässt sich auf eurem Bildschirm anklicken, woraufhin euch der Barkeeper alles über die Geschmacksnoten der einzelnen Sorten berichtet.

Patrón erhofft sich, in Zukunft sein gesamtes Sortiment auch in der App verkaufen zu können. Der Unternehmenssprecher ließ verlauten, dass sie nur noch wenige Schritte davon entfernt seien, die vom Barkeeper individuell gemixten Cocktails tatsächlich auszuliefern.

 
Das solltest du mitnehmen: Patrón schenkt seinen Kunden nicht nur einen Mini-Trip nach Mexiko, sondern erlaubt ihnen einen Einblick in die eigene Produktionsstätte. Inwieweit diese eigentlich eher repräsentative Zwecke hat, ist dabei erst mal sekundär, denn Patrón schafft es mit der kleinen Welt, die sich vor den eigenen Augen aus dem Boden stampft, Emotionen zu wecken. Jeder, der diese App einmal ausprobiert hat, wird Patrón garantiert zukünftig mit der malerischen kleinen Hacienda verbinden. Mein erster Gedanke nach dem Ausprobieren der App war “Das muss ich unbedingt meinen Freunden zeigen!” Und was  für eine bessere Reaktion kann sich ein Marketingverantwortlicher bei seinen potenziellen Kunden wünschen?

Falls ihr nun auf noch einen virtuellen Kracher Lust habt, meldet euch doch hier für das kostenlose Live Webinar am 03.11.2017 von unserem Gründer Nicolai Kuban an. Darin erhaltet ihr hilfreiche Tipps rund um das Thema Strategie und Messbarkeit im Content Marketing, um eure organischen Besucher zu langfristigen Kunden zu machen.

Cassandra Nwosu

Cassandra unterstützt contentbird's Marketing Team als Redakteurin. Sie hat einen Faible für Social Media, Content Marketing und frische Texte, die Lust auf mehr machen.

Bildnachweis: Fotolia_168324145
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