Die wichtigsten Statements und Take-Aways der Social Media Conference 2015 auf einen Blick

Am 12. + 13. Oktober fand die Social Media Conference im Empire Riverside Hotel in Hamburg statt und ich durfte dabei sein. Neben dem spektakulären Ausblick auf den Hamburger Hafen gab es noch einiges mehr zu sehen. Besonders der erste Tag war gespickt mit spannenden Vorträgen, unterhaltsamen Anekdoten und anschaulichen Best Practices. Meine besten Momente und wichtigsten Learnings der zweitägigen Konferenz möchte ich darum in diesem Recap mit Euch teilen.
 

Robert Seeger: „Be someone’s lover and not everybody’s darling!“

Robert SeegerWir leben in einer Gesellschaft der Extreme, heute darf nichts mehr „normal“ sein. Alles muss neu und außergewöhnlich erscheinen, frei nach dem Motto „you name it – we do it“. Am Ende wird jedoch immer dasselbe geteilt und es kommt zum Information Overflow. Borporate, Stockneric, Infografnix und Catorate sind die meist genutzten Content-Formate der Unternehmen und der ultimative Konsumentenschreck. Denn „alles kannst Du kaufen, nur Aufmerksamkeit musst Du Dir verdienen.“ Für diese Aufmerksamkeit braucht es Daumenstopper statt Drüberwischer. Also solche Inhalte, die einen zum Innehalten, Verweilen und Interagieren animieren. Bei sozialen Netzwerken, wie beispielsweise Facebook, kann auch die schnelle Adaption von neuen Formaten und Angeboten einem einen Platz auf der User-Bühne verschaffen, denn diese werden von Facebook bevorzugt behandelt. Am wichtigsten bleibt jedoch die Geschichte hinter dem Content. Storytelling muss nicht immer bedeuten, den Content einer großen Masse zugänglich zu machen, sondern kann auch ganz genau auf die eigene Zielgruppe ausgerichtet werden. Wichtig ist einzig und allein, aus der Komfortzone rauszukommen und neue Dinge auszuprobieren. So hat true fruits sich zum Beispiel den Urban Digitals verschrieben und polarisiert mit Sprüchen wie „Heul doch, du Brombeersohn“. Social Media Marketing von truefruits Aber auch Gegnerschaft erzeugt Fans. Die klare Zielgruppenansprache provoziert Außenstehende und kommuniziert erfolgreich mit der eigenen Gefolgschaft. Genau darum geht es heute auch: „Be someone’s lover and not everybody’s darling!“ So sticht man aus der Masse hervor und baut sich eine loyale Gemeinschaft um den eigenen Brand auf. Für die Zögernden ist die Zukunft eine unbekannte Variable, für die Mutigen ist die Zukunft eine große Chance…
 

Sven-Olaf Peeck: „Big Data kann dabei helfen, den richtigen Köder für den Kunden zu finden.“

People als 5. Säule des Marketing-Mix  

Patrick Klingberg: „Deine Webseite muss nicht nur schön sein, sondern vor allem nutzerorientiert.“

User Experience Optimization
 

Carolin Biebrach: „Wir erzählen nicht unsere Geschichte, sondern die unserer Kunden.“

Bei der Lufthansa setzt man auf Geschichten. So wird zum Beispiel auf Facebook eine Zeitreise visualisiert und mit User Generated Content werden die Geschichten der Fans erzählt. Visuals spielen hierbei eine ganz zentrale Rolle. Und dafür wiederum ist die Beziehung zu Content Creators und Influencer wichtig. So lässt sich auch Zeitgeist im unternehmensrelevanten Kontext interpretieren. Customer Stories Ebenso kann ein Brand-Chat mit den Kollegen der Branche erfrischend wirken. Man muss sich schließlich nicht immer bloß bekämpfen, sondern darf sich auch einfach mal offen die Anerkennung aussprechen. Doch Social Media ist nicht nur zur Unterhaltung da. Gerade in Krisensituationen, wie im Falle der Lufthansa der Absturz eines Germanwings Fliegers, muss man über die sozialen Kanäle vor allem informieren und sich kümmern. Zum „Germanwings Unglück“ ließ das Unternehmen darum sogar eine digitale Kondolenzseite aufbauen, auf der Menschen ihrer Trauer, ihrem Beileid und ihren Gedanken Ausdruck verleihen konnten.  

Frank Vogel: „Haltung macht Marken bereit für fremdbestimmtes Agenda-Setting.“

Frank VogelMarketing hat sich weiterentwickelt. Aus dem ursprünglichen Markenversprechen ist eine konsequente Haltung geworden, die deutlich widerspiegelt, wofür das Unternehmen steht. Bei Rama ist das die Familie. Um dieser Haltung gerecht zu werden, kauft der Unilever-Konzern sein Öl bei deutschen Familienunternehmen. Denn es ist nicht nur der Inhalt, der Nutzen kommuniziert, sondern der Inhalt in Verbindung mit seiner Außenwirkung. Authentizität durch Konsistenz lautet das Motto, das sich auch in der Dove-Kampagne „True Beauty“ oder dem Produkt „Pro Age“ wiederfindet. Das Unternehmen verfolgt nicht nur den Abverkauf seiner Produkte, sondern hat sich einen tieferen Sinn auf die Agenda geschrieben und sich diesem in seinem Handeln verpflichtet. Markenführung heute Eine solch klare über die Unternehmenskennwerte hinausgehende Intention bezeichnet man als Haltung. Mit einer solchen Haltung wiederum können sich die Nutzer identifizieren. Ergebnis ist eine Aneignung des Produkts. Die User schenken ihm nicht nur Aufmerksamkeit, sondern machen zu einem Teil ihres Lebens. Im Beispiel der Farben wechselnden Glühbirne „Hue“ von Philips manifestiert sich diese Aneignung in Hacks und Experimenten mit dem Produkt oder der festen Integration seiner Funktion in wichtige Alltagsmomente, wie die „Cupcake Time“, welche die alleinerziehende Mutter für sich und ihre Tochter immer mit dem rosafarbenen Licht der „Hue“-Glühbirne einläutete. Wer eine klare Haltung hat ist für die kreative Produktnutzung offen und braucht sich vor fremdbestimmtem Agenda-Setting nicht mehr zu fürchten.  

Selena Gabat: „Klicks kann man kaufen, aber Emotionen nicht.“

Selena GabatBei Sky sind alle Abteilungen in die Social Media Kommunikation involviert. Dazu wurden in den verschiedenen Bereichen Brand Ambassadors benannt und auch das Management-Level bringt sich in den sozialen Medien ein. Natürlich setzt das Telekommunikationsunternehmen hierzu besonders gerne auf visuellen Content in Form von Bewegtbild. Und auch aus wenig kann man viel machen, wenn der Schnitt gut ist, wie die Valentinstags-Aktion „Sky Your Boyfriend“ beweist. In mehreren Frauenzeitschriften wurden Anzeigen geschaltet, die Frauen dazu aufriefen, ihrem Freund ein Sky-Abo zu schenken, dass die kostenlos erhalten würden, wenn sie sich bei der Übergabe filmten und das Video einsendeten. Aus nur fünf eingesandten Videos zauberte die Kommunikationsabteilung dann trotz allem einen recht unterhaltsamen Clip, der immerhin 891,136 Mal aufgerufen wurde. Noch besser schnitt die Kampagne „Fußball im Herzen“ ab.
Die Idee dazu entstand nach der ersten „Pimp My TV“ Folge, bei der ein leidenschaftlicher Fußball-Fan mit einem neuen Fernseh-Zimmer überrascht wurde. Das Video erreichte 1,157,146 Klicks. Von den Einsendungen der nachfolgenden Bewerber berührte die Geschichte des insgesamt fast 500 Jahre alten Fußball-Fanclubs die Mitarbeiter und scheinbar auch die Zuschauer besonders. Denn Klicks kann man kaufen, aber Emotionen nicht.
 

Panos Meyer: „Brands don’t have target groups, they have target moments.“

Lasst uns mit einigen Zahlen beginnen: Der Durchschnitts-User entsperrt sein Smartphone 150x am Tag. Du hast 76 Sekunden, um Deinen Kunden zu überzeugen und 8 Sekunden lang ist die Aufmerksamkeitsspanne eines normalen User. Das sind 4 Sekunden weniger als bei einem Goldfisch. Was sagt uns das? Es ist schwieriger geworden, Menschen zu erreichen und Bilder in ihren Köpfen zu kreieren. Das wird am Beispiel „Merci“ besonders schön deutlich. Kaum einer kennt den eingängigen TV-Spot nicht. Doch heute ist es auch für den Schokoladenhersteller um einiges schwieriger geworden, sich als #partofyourworld zu etablieren. Wem das gelingt, der beweist meist viel Kreativität und Innovationsvermögen. Das Einfallsreichtum einen hohen Budgetrahmen jederzeit schlagen kann, hat die Volvo Super Bowl Kampagne bewiesen.
Anstatt viel Geld für einen gut platzierten Werbespot auszugeben, machte sich der schwedische Autohersteller die Werbespots anderer Marken zunutze und verbuchte mit seiner „Volvo Interception“ Kampagne einen riesigen Social Media Erfolg.
Ich kann mich Svenja nur anschließen und danke allen Beteiligten für zwei schöne Tage in der Hansestadt. Bis zum nächsten Mal, denn bis dahin hat sich in den Disziplinen Social Media und Content Marketing sicher wieder jede Menge getan! Einen weiteren umfangreichen Recap von der Social Media Conference (inklusive ausführlicherer Infos zum zweiten Tag) findest Du hier bei Seokratie und einen interessanten Twitter-Rückblick gibt’s bei Netural. Viel Spaß damit!   Content Marketing Webinar
Fenja Villeumier

Fenja Villeumier

Fenja Villeumier ist Inbound Marketing Managerin bei der contentbird GmbH in Berlin. Sie begleitet das Content Management in allen Facetten von der Themenfindung, Konzeption, Produktion bis hin zum Seeding. Ihre Lieblingsbeschäftigungen sind Lesen, Reisen und Fotografieren.

Follow Me:
TwitterFacebookLinkedInGoogle Plus

Diese Inhalte könnten auch interessant für Dich sein:

NEU - Digital Content Marketing Academy: In 6 Wochen praxisnahes Wissen aufbauen. Jetzt bewerben!
Hello. Add your message here.