Was Content Marketing NICHT ist!

Content Marketing – es ist das Buzzword schlechthin und doch fällt eine allgemein gültige Definition schwer. Denn: Die Meinungen der Experten gehen je nach Perspektive auseinander. Über die Jahre haben sich Branding-zentrierte, SEO-zentrierte und PR-zentrierte Definitionen des Begriffs gebildet. Jede Kommunikationsdisziplin definiert sich in der Regel eine eigene Auslegung, die zu ihren Kompetenzen passt. Content Marketing – was ist das nun genau? Folgende Definitionsversuche gibt es unter anderem:

Klaus Eck und Doris Eichmeier sagen…

„Das Content-Marketing beschreibt Marketingmaßnahmen, die im Schwerpunkt auf Content basieren, um das Interesse der Stakeholder an verschiedenen Touchpoints und in den unterschiedlichen Kaufphasen zu gewinnen und die Kommunikation mit ihnen geschickt anzuregen und fortzuführen. Es geht um den optimalen Einsatz der unterschiedlichen Kanäle, um Personalisierung der Inhalte, um Markenbotschaften, das gekonnte Nutzen von Social Media, um Storytelling und natürlich auch um jede Menge Kreativität.“ – Klaus Eck und Doris Eichmeier

 

Profilbild Content Marketing Experte Klaus Eck

Content Marketing Experte Klaus Eck

Eva Ihnenfeldt bemerkt…

„Content-Marketing ist im Grunde genommen eine moderne Form von PR. Im Gegensatz zur Werbung geht es beim Content Marketing (Inhalts-Marketing) darum, über wertvolle Inhalte in digitaler Form potentielle Kunden zu gewinnen, Kunden zu binden, Image und Reputation aufzubauen, den Bekanntheitsgrad zu steigern und wertvolle Netzwerke zu pflegen. Über Texte, Videos, Bilder und Audiobeiträge können diese Inhalte ins Web eingebracht werden.“ – Eva Ihnenfeldt

 

Profilbild Content Marketing Expertin Eva Ihnenfeldt

Content Marketing Expertin Eva Ihnenfeldt

Und Frederik Pross meint, man muss…

[…] das Content Marketing als Kern des Inbound Marketings sehen. Beim Inbound Marketing werden nicht nur Inhalte erstellt und veröffentlicht, sondern sie dienen einem Ziel: dem Gewinnen von Kunden. Nicht wie früher mit dem Holzhammer, sondern mit dem Magnet. Man zieht die Kunden an, bietet ihnen Mehrwert und nach dem ersten Download noch weitere Informationen zu den Themen, die sie interessieren. […] Content Marketing ist also “nur” ein Teil der ganzheitlichen Inbound-Strategie. Jedoch der Teil, auf dem die ganze Methodik des Inbound Marketing aufbaut. Ohne guten Inhalt kein Traffic, ohne Strategie keine Leads, so könnte man es auf den Punkt bringen. – Frederik Pross 

 

Profilbild Content Marketing Experte Frederik Pross

Content Marketing Experte Frederik Pross

 

Content Marketing – was ist das?

Content Marketing – was ist das denn nun genau? Diese Frage können wir jetzt noch nicht beantworten, wohl aber die Frage danach, dass es sehr viele Definitionen davon gibt. Schauen wir uns doch besser mal an, was Content Marketing eben NICHT ist. 

1. Ohne Personas

Du kennst deine Zielgruppe nicht? Perfekt, dann schreibst und konzipierst du am besten ohne eine konkrete Zielgruppenansprache einfach drauf los. So kannst du sicher gehen, dass deine Inhalte an deinen potentiellen Kunden auch wirklich vorbeigehen und ihr Interesse definitiv nicht geweckt wird. Stichwort: „Zielgruppe Alle“.

2. Irrelevante Inhalte

Wo wir gerade beim Thema „(kein) Interesse wecken“ sind: Löse bloß keine Probleme deiner Personas mit deinen Inhalten. Sonst könnten sie noch vermuten, es mit einem echten Profi auf deinem Gebiet zu tun zu haben. Das kann ja keiner wollen. Die Devise lautet also: bloß keinen Nutzwert bieten. 

3. Verkaufe

Stelle den Aspekt des Verkaufens an die oberste Stelle deines Content Marketings. Erwähne dein Unternehmen und dein Produkt / deine Dienstleistung so schnell und aufdringlich wie möglich. Denn man weiß ja: Je aggressiver die Werbebotschaft, umso besser die Verkaufszahlen.

4. Kein Ziel vor Augen

Du möchtest etwa ein Video in den sozialen Netzwerken posten? Aber es soll bitte nicht viral gehen und deinen Bekanntheitsgrad erhöhen! Um das zu verhindern, solltest du deine Content Marketing Strategie so ziellos wie möglich angehen. Was genau möchtest du mit deinem Content erreichen? Ist eigentlich auch egal, denn diese Frage musst du dir nur stellen, wenn du erfolgreiches Content Marketing betreiben willst.

5. SEO nicht beachten

Schere dich nicht um SEO-Regeln. Auf ein gutes Google-Ranking kannst du nämlich getrost verzichten. On-Page-SEO? Braucht kein Mensch! Keyword-Recherche? Vollkommen überflüssig!

6. Keine CTAs

Erstelle mühevoll hochwertigen Content, aber wenn darfst du keinesfalls eine Call-to-Action einfügen. Denn so könnten deine Kunden ja aktiv werden und etwa deinen Newsletter abonnieren, ein Kontaktformular ausfüllen oder gar deinen Content teilen. 

7. Social Media ist Nebensache

Streue deine Inhalte planlos und pauschal in den sozialen Netzwerken. Jede Plattform hat zwar ihr eigenes Publikum, aber das ist egal. Irgendwie wird deine Zielgruppe schon auf deine Inhalte stoßen. Oder eben auch nicht.

8. Bilder sind tabu

Erstelle große Textblöcke vor weißem Hintergrund. Bilder müssen leider draußen bleiben, das wäre zu ansprechend. Immerhin bekommen Posts auf Facebook über 50 % mehr Likes, wenn sie schön bebildert sind. 

9. Nichts überprüfen

Prüfe niemals Statistiken. Wie viele Klicks deine jeweiligen Posts erhalten, interessiert dich nicht. Schaue niemals, wie oft sie geteilt und kommentiert wurden. Und die Click-through-Rate? Was ist das?

10. Content nicht bewerben

Damit möglichst Wenige Notiz von deinen Inhalten nehmen, solltest du sie auf keinen Fall bewerben. Content Distribution sollte von daher ein Fremdwort für dich bleiben. 

Beispiele für gelungenes Content Marketing

Nun möchten wir euch aber natürlich zeigen, wie man es richtig macht: anhand zweier Beispiele für erfolgreich eingesetztes Content Marketing.

Schwarzkopf

Schwarzkopf macht es vor: Pflege- und Stylingtipps sowie Mode- und Frisurentrends, genauso wie Unternehmensnews findet der Leser auf der Website. Und das immer sehr hochwertig aufbereitet und vor allem weitestgehend produktneutral. Der User muss sich erst eine Weile durch die Artikel klicken, um zum Kauf eines Produktes zu kommen. Ganz unten auf einer Seite befinden sich dann zum Artikel passende Produktvorschläge sowie der Produktfinder.

Die Beiträge liefern relevante Infos rund ums Haar und werden in der Optik eines Hochglanz-Magazins präsentiert. Die Folge für potentielle Kunden: Der Leser findet attraktive Inhalte, die das Marken-Image von Schwarzkopf aufwerten. Und die Strategie ging wirklich nachhaltig auf: Die Schwarzkopf-Unternehmenswebsite gibt es in dieser Form nun bereits seit 2011 und wird nach wie vor als Best Case für gelungenes Content Marketing herangezogen. 

Hornbach

Ein weiteres sehr gelungenes Beispiel für erfolgreich umgesetztes Content Marketing liefert Hornbach mit seinen verschiedenen Kampagnen. Der Vorteil: Bei Heimwerkern besteht eigentlich immer Beratungsbedarf. Und so hat Hornbach es geschafft, sich deutschlandweit unter den Spitzenreiter im Content Marketing zu etablieren. Mit Kampagnen wie dem „Herrenzimmer“ oder dem Hammer aus Panzerstahl verbreitete der Baumarkt emotionale und vor allem für die Zielgruppe interessante Inhalte – und begeisterte so viele Fans.

Das Anleitungs-Video zum Thema „Steinverblender anbringen“ etwa hat mehr als 2,5 Millionen Klicks auf YouTube. Aktuell läuft die „Was wäre dein Projekt ohne die Hornbach Möglichkeiten“-Kampagne.

Fazit

Wir haben nun also gesehen, was Content Marketing nicht ist, aber auch wer es richtig macht. Erfahre jetzt detailliert, was Content Marketing genau ist – mit unserem kostenlosen Whitepaper. Hier geht’s zum Download. 

 

Melanie Thoene

Melanie ist freiberufliche Texterin und fühlt sich in der digitalen Welt genauso wohl wie in ihrer Heimat Berlin. Ob in der Digital-Agentur oder für den Online-Shop: Sie schreibt Blog-Beiträge, Newsletter und andere Texte, die sich so im World Wide Web tummeln.

Bildnachweis: Titelbild by contentbird
17.06.2019 Webinar mit Klaus Eck: Corporate Influencer Jetzt anmelden!
Hello. Add your message here.