Es gibt eine Seite auf eurem Content Marketing Blog, für die eine absolute Pflicht besteht, aber kaum jemand besucht. Ihr habt noch nicht viele Gedanken an sie verschwendet und denkt, die meisten Leser rufen sie nicht auf. Die Rede ist vom Impressum. Es lohnt sich das Impressum eures Blogs zu perfektionieren, so vermeidet ihr teure Abmahnungen. Das Impressum bietet euren Lesern die Möglichkeit, nachzuvollziehen, wer hinter dem Blog steckt.

Schritt für Schritt zu einem vollständigen Impressum

Hier findet ihr die wichtigsten Punkte für euer Impressum im Überblick:

  • In Deutschland besteht eine strenge Impressumspflicht
  • Das Impressum bietet euren Lesern eine schnelle Kontaktmöglichkeit
  • Es gibt bestimmte Pflichtangaben
  • Die Erstellung geht leicht mit Impressumsgeneratoren

Must-Have für deinen Blog: Das Impressum

Das Impressum sollte die erste Seite sein, die ihr auf eurem Blog einrichtet. Es gibt eine Reihe von Anwälten, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Blogs auf ein Impressum zu kontrollieren. Wenn sie ein fehlendes oder fehlerhaftes Impressum finden, mahnen sie diesen Blogger ab. Darauf folgen Bußgelder von bis zu mehreren tausend Euro. 

Ziel der Impressumspflicht ist der Verbraucherschutz. Eure Leser sollen klar erkennen können, wer den Blog betreibt. Auch eure Mitbewerber sollen sich darüber informieren können, wer sich hinter konkurrierenden Blogs verbirgt. Ein zweiter Punkt ist die Kontaktmöglichkeit für eure Leser. Durch die Angaben im Impressum verfügen sie über Kontaktdaten von euch, sodass ihr erreichbarer für den Nutzer werdet.

Die Impressumspflicht für Webseiten im Allgemeinen gibt es seit gut 20 Jahren. Blogs waren lange eine rechtliche Grauzone. Mittlerweile ist geklärt, dass diese Pflicht für Blogger gilt. Eine Ausnahme von der Impressumspflicht gibt es: Blogs, die zu persönlichen oder familiären Zwecken betrieben werden. Auf solchen Blogs findet private Kommunikation statt, sodass es keines Verbraucherschutzes bedarf. Ein Blog, der ein größeres Publikum erreichen soll als Familie und Freunde, aber nicht geschäftsmäßig ist, hat eine eingeschränkte Impressumspflicht. In dem Fall reichen Name und Anschrift im Impressum aus. 

Für geschäftsmäßig betriebene Blogs gilt eine umfassende Impressumspflicht. Die Rechtsprechung ist streng bei der Annahme der Geschäftsmäßigkeit. Es genügt die reine Absicht, mit dem Blog Geld zu verdienen. Euer Blog wird als geschäftsmäßig eingestuft, wenn ihr Werbebanner schaltet oder an einem Affiliate-Programm teilnehmt. Für Gewerbetreibende, Freiberufler, Unternehmen und Selbständige wird die Geschäftsmäßigkeit indiziert.

Durch die strengen Kriterien der Rechtsprechung ist eine klare Grenzziehung schwierig. Ich rate euch, im Zweifel auf Nummer sicher zu gehen und ein Impressum zu erstellen. Euer Content Marketing sollte nicht an einem fehlenden Impressum scheitern.

Was muss im Impressum stehen?

Kommen wir zum Eingemachten: dem Inhalt eures Impressums. Folgende Punkte müssen in jedem Fall enthalten sein:

  • Vor- und Nachname / Name des Unternehmens
  • Anschrift der Niederlassung
  • Eine E-Mail-Adresse
  • Telefonnummer
  • Berufsspezifische Angaben
  • Umsatzsteuer-ID

Bei juristischen Personen muss zusätzlich die Rechtsform (z.B. GmbH, AG) und die Vertretungsberechtigten (z.B. Geschäftsführer) genannt werden. Durch die Angabe eurer E-Mail-Adresse stellt ihr euren Lesern einen schnellen und unmittelbaren Kommunikationsweg zur Verfügung. Zusätzlich bedarf es noch eurer Telefonnummer. Es müssen dem Nutzer mindestens zwei Möglichkeiten zur schnellen Kontaktaufnahme zur Verfügung gestellt werden. Die Angabe eines Postfachs ist nicht ausreichend. Nach der Rechtsprechung handelt es sich nicht um eine ladungsfähige Adresse.

Sofern ihr in einem Handelsregister, Vereinsregister, Partnerschaftsregister oder Genossenschaftsregister eigentragen seid, müsst ihr dieses mit der zugehörigen Registernummer angeben. Bei Dienstleistungen, die einer behördlichen Zulassung bedürfen, müsst ihr Angaben zur zuständigen Aufsichtsbehörde angeben.

Die Erstellung eines Impressums

Das Telemediengesetz sieht Vorgaben zum Standort eures Impressums vor. Es muss für eure Leser leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar sein. Für die Bezeichnung des Links, der zu eurem Impressum führt eignet sich „Impressum“ oder „Kontakt“ am besten.

Es ist ausreichend, wenn der Leser euer Impressum durch zwei Klicks erreichen kann. Es muss nicht auf der Startseite stehen, sollte aber auf der nächsten Seite abrufbar sein. Wichtig ist, dass euer Impressum nicht Teil eurer AGB ist. Das Impressum steht unabhängig von Vertragsabschlüssen. Achtet darauf, dass für den Abruf eures Impressums keine Plug-Ins Voraussetzung sind. Der Leser muss darauf zugreifen können, ohne ein zusätzliches Programm installieren zu müssen.

Die große Frage ist, ob ihr euer Impressum selbst erstellen könnt. Die sicherste (und teuerste) Variante ist, das Impressum durch einen Anwalt erstellen zu lassen. Inzwischen gibt es im Netz zahlreiche kostenfreie Impressumsgeneratoren, die ihr nutzen könnt. Dort werdet ihr in mehreren Schritten zu den wichtigsten Angaben befragt und am Ende steht euer Impressum zum Download bereit.

Fazit

Wie unverzichtbar das Impressum für euren Blog ist, sollte euch klar geworden sein. Die richtige rechtliche Grundlage sollte der erste Schritt sein, bevor ihr euren Content Marketing Blog startet. Eine Umgehung führt zu teuren Abmahnungen. Ihr solltet lieber auf Nummer sicher gehen und euer Impressum zu ausführlich gestalten, als eine Angabe zu vergessen. 

Damit ihr nach der Erstellung eures Impressums gleich mit der Umsetzung von Content Marketing Strategien beginnen könnt, empfehlen wir euch unser kostenloses Whitepaper. War der Artikel hilfreich? Habt ihr Fragen? Über Kommentare freuen wir.

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Kommentare (4)

Liebe Lisa,

vielen Dank für diesen tollen Überblick. Ich habe eine eine ein bisschen speziellere Frage zum Impressum. Ich arbeite für einen Verein und verantworte mit zwei weiteren Vereinen den Inhalt eines Blogs. Können wir im Impressum alle drei Vereine gleichbereichtigt als Verantwortliche kennzeichnen, z.B. so: „Dies ist ein gemeinsamer Webauftritt von …“ oder ist das unzulässig?

Vielleicht weißt du das ja…

Herzliche Grüße und vielen Dank
E. Mönk

Hallo Elena,

Lisa arbeitet zurzeit leider nicht mehr für uns, weswegen wir deine Frage nicht mit der nötigen Rechtssicherheit beantworten können. Nichtsdestotrotz wollen wir es versuchen.

Laut §5 des Telemediengesetzes ist es zwingend notwendig einen so genannten Vertretungsberechtigten im Impressum zu benennen. Dieser muss satzungsmäßig dazu befugt sein, den Verein zu vertreten. Trifft dies in eurem Fall auf mehrere Mitglieder aus unterschiedlichen Vereinen zu, sollten diese allesamt genannt werden können. Eine Kennzeichnung mit der Phrase „Dies ist ein gemeinsamer Webauftritt“ erscheint uns daher ebenfalls am sinnvollsten.

Allerdings sind diese Angaben wie gesagt ohne Gewähr.

Liebe Grüße aus Berlin,
Philipp von contentbird

Hi Max,

freut uns, dass dir der Beitrag gefällt. Könntest du unseren Lesern möglicherweise auch einen Impressum-Generator für Deutschland präsentieren? Das wäre sicherlich hilfreich. 🙂

LG
Philipp von contentbird

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